Die SPD-Stadtratsfraktion fordert eine umfassende Aufklärung der Verzögerungen bei der Baumaßnahme Rauhbachbrücke / Eppenreuther Straße / Südring sowie konkrete Schritte zur Beschleunigung der Arbeiten. Angesichts der mittlerweile gravierenden wirtschaftlichen Folgen für örtliche Betriebe drängt die Fraktion zudem auf schnelle und wirksame Unterstützung.
„Dass eine vergleichsweise überschaubare Brückenbaumaßnahme einschließlich der Straßen- und Versorgungsarbeiten eine derart lange Sperrung einer wichtigen Verkehrsverbindung nach sich zieht, ist für die Menschen vor Ort kaum noch nachvollziehbar“, kritisiert SPD-Fraktionsvorsitzen der Florian Strößner.
„Erst war von einer Fertigstellung 2026 die Rede, dann plötzlich von Ende 2027 und inzwischen wieder von Mitte 2027. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es zu diesen erheblichen Veränderungen kommen konnte.“
SPD hinterfragt Bauplanung und Abstimmung mit den Stadtwerken Besonders kritisch sieht die SPD die zeitliche Koordination der einzelnen Bauabschnitte sowie die Abstimmung mit den Stadtwerken Hof und weiteren Versorgungsträgern. Die Fraktion möchte wissen, welche Leitungs- und Hausanschlussarbeiten ursprünglich vorgesehen waren, welche möglicherweise erst nachträglich hinzukamen und ob sich dadurch Verzögerungen ergeben haben.
„Wenn eine Straße ohnehin über Monate aufgerissen ist, muss sichergestellt sein, dass alle absehbaren Arbeiten möglichst sinnvoll miteinander koordiniert werden. Es kann nicht sein, dass vermeidbare Abstimmungsprobleme am Ende die Bauzeit verlängern und die Anwohner und Betriebe die Folgen tragen müssen“, betont Stadträtin Karola Böhm.
Die SPD fordert deshalb eine nachvollziehbare Gegenüberstellung der ursprünglichen und aktuellen Bauzeitenplanung sowie eine konkrete Prüfung, ob sich durch parallele Arbeiten, eine optimierte Bauabwicklung oder eine teilweise Verkehrsfreigabe Zeit gewinnen lässt.
Bäckerei Schirner: Wirtschaftliche Existenz in Gefahr
Wie ernst die Lage mittlerweile ist, zeigt die Situation der traditionsreichen Bäckerei Schirner in Krötenbruck. Nach einem Bericht der Frankenpost beklagt die Betreiberfamilie Umsatzeinbußen von bis zu 10.000 Euro monatlich. Zwei Mitarbeiterinnen mussten bereits entlassen werden. Die Familie sorgt sich inzwischen um die Zukunft ihres Betriebs.
„Hier geht es längst nicht mehr nur um ein paar Minuten Umweg oder eine lästige Baustelle. Hier geht es um Arbeitsplätze, um Familien und um einen Betrieb, der seit vielen Jahren zum Stadtteil gehört“, erklärt Stadträtin Michaela Franke. „Wir dürfen nicht einfach zusehen, wie einem solchen Familienunternehmen durch die langwierige Sperrung die wirtschaftliche Grundlage wegbricht. Die Stadt muss jetzt gemeinsam mit den Betroffenen nach konkreten Lösungen suchen.“
Neben einer verbesserten Beschilderung und Erreichbarkeit fordert die SPD gezielte Öffentlichkeitsarbeit für die betroffenen Geschäfte sowie die Prüfung rechtlich zulässiger wirtschaftlicher Hilfen. Verbindliche Antworten noch vor Jahresende
Die SPD-Stadtratsfraktion hat deshalb einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Bereits zur Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses am 1. Dezember 2026 soll die Verwaltung einen schriftlichen Sachstandsbericht einschließlich eines aktualisierten Bauzeitenplans vorlegen. In der Stadtratssitzung am 7. Dezember 2026 sollen die Ergebnisse, mögliche Beschleunigungsmaßnahmen und bereits eingeleitete Hilfen vorgestellt werden.
„Die Stadt hat im Frühjahr selbst ein Baustellenkonzept vorgestellt, das eine bessere Koordination und mehr Rücksicht auf Handel und Bevölkerung verspricht. An diesem Anspruch muss sie sich jetzt messen lassen“, unterstreicht Strößner. „Wir wollen keine Schuldzuweisungen ins Blaue hinein, sondern klare Antworten und vor allem konkrete Lösungen. Jede vermeidbare Woche zusätzlicher Sperrung ist eine Woche zu viel.“ Für die SPD steht fest: Die notwendige Erneuerung der Infrastruktur darf nicht dazu führen, dass örtliche Betriebe ihre Existenz verlieren. Deshalb müssen jetzt alle vertretbaren Möglichkeiten zur Beschleunigung und Entlastung ausgeschöpft werden.