PPP-Modell soll Schulneubau trotz schwieriger Haushaltslage und begrenzter Verwaltungskapazitäten ermöglichen – Fraktion fordert Neubewertung der Sportanlagen und Fördermöglichkeiten.
Die SPD-Stadtratsfraktion Hof fordert eine grundlegende Neuausrichtung bei der Planung und Finanzierung des Schulzentrums Rosenbühl. In einem entsprechenden Antrag an den Oberbürgermeister regt die Fraktion an, die Realisierung des Großprojekts im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public-Private-Partnership, PPP) mit langfristigem Mietkauf zu prüfen. Gleichzeitig sollen die Sportanlagen einschließlich des Schulhallenbades unter Berücksichtigung der seit Januar 2026 geltenden Förderbestimmungen neu bewertet werden. Anlass sind die jüngsten Ausführungen des städtischen Baudirektors Stephan Gleim in der Bauausschusssitzung. Insbesondere der Zustand des Schulhallenbades verdeutliche, dass die bisherige zeitliche Abfolge der Baumaßnahmen kaum noch aufrechtzuerhalten sei.
„Wir müssen uns endlich ehrlich machen: Angesichts der äußerst schwierigen Haushaltslage, der haushaltsrechtlichen Einschränkungen und der begrenzten personellen Kapazitäten innerhalb un serer Stadtverwaltung ist eine zeitnahe Realisierung des Schulzentrums Rosenbühl in städtischer Eigenregie kaum noch vorstellbar. Wenn wir dieses dringend notwendige Projekt nicht auf unbestimmte Zeit verschieben wollen, müssen wir bereit sein, neue Wege zu gehen. Ein PPP-Modell mit langfristigem Mietkauf könnte unter den aktuellen Rahmenbedingungen möglicherweise die einzige realistische Möglichkeit sein, das Schulzentrum in absehbarer Zeit umzusetzen“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Florian Strößner.
Ein solches Modell könnte Planung, Bau und Finanzierung durch einen privaten Partner bündeln und damit neben dem städtischen Haushalt auch die personellen Ressourcen der Verwaltung ent lasten. Gerade angesichts der Vielzahl anstehender kommunaler Großprojekte sieht die SPD hierin einen wesentlichen Vorteil. Voraussetzung bleiben eine sorgfältige Wirtschaftlichkeitsprüfung und die kommunalaufsichtliche Genehmigungsfähigkeit.
Dass öffentlich-private Partnerschaften auch im Schulbau funktionieren können, zeigt ein Blick in die Region. So hat der Landkreis Hof bereits vor einigen Jahren drei Schulgebäude im Rahmen von PPP-Projekten realisiert. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. PPP ist auch bei uns in der Region kein unbekanntes Modell. Der Landkreis Hof hat bereits vor Jahren gezeigt, dass sich Schulbauprojekte auf diesem Weg umsetzen lassen. Warum sollten wir also nicht ernsthaft prüfen, ob ein solcher Ansatz auch für das Schulzentrum Rosenbühl eine Lösung sein kann?“, so Florian Strößner.
Zugleich verfolgt die SPD das Ziel, das Schulzentrum Rosenbühl möglichst weitgehend von anderen städtischen Großbauvorhaben abzukoppeln. So könnten beispielsweise die dringend notwendige Erweiterung der Münsterschule und die Ortsumgehung Leimitz unabhängig davon weiterer folgt werden. Neue Fördermöglichkeiten für Sporthallen prüfen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Antrags betrifft die Sportanlagen. Die seit Januar 2026 geltenden Förderrichtlinien (FAZR) auf Grundlage des Bayerischen Finanzausgleichsgesetzes (BayFAG) sollen Anlass für eine erneute Bedarfsermittlung sein. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob durch die Entwicklung der Ganztagsbetreuung künftig mehr als die bislang vorgesehenen vier Sporthalleneinheiten am Rosenbühl benötigt und staatlich gefördert werden könnten.
„Wenn wir ein Schulzentrum für die kommenden Jahrzehnte planen, müssen wir auch die künfti gen Anforderungen an Ganztagsbetreuung, Bewegung und Schulsport berücksichtigen. Deshalb wollen wir prüfen lassen, ob die bisherigen vier Sporthalleneinheiten tatsächlich ausreichen und welche Möglichkeiten sich aus den aktuellen Förderbestimmungen ergeben“, betont Patrick Leitl, Stellv. Fraktionsvorsitzender.
Auch das Schulhallenbad müsse gesondert betrachtet werden. Die aktuellen Förderbestimmun gen sehen unter bestimmten Voraussetzungen bei einer Generalsanierung einen Bestandsschutz vor, der bei einem Ersatzneubau nicht greift. Die SPD fordert deshalb einen Vergleich beider Varianten einschließlich Baukosten, staatlicher Förderung und langfristiger Betriebskosten. „Das Schulhallenbad ist ein wichtiger Bestandteil der schulischen Infrastruktur unserer Stadt. Gerade beim Schwimmunterricht brauchen wir langfristige Verlässlichkeit. Bevor Entscheidungen über Sanierung oder Neubau getroffen werden, müssen die tatsächlichen Bedarfe und sämtliche Fördermöglichkeiten sorgfältig untersucht werden“, erklärt Stadtrat Dr. Fazli Kücüköztürk, Mitglied im Bildungsbeirat.
Für die SPD-Fraktion steht fest, dass die bisherigen Planungsansätze angesichts der finanziellen, personellen und baulichen Herausforderungen nicht einfach unverändert fortgeführt werden können. „Wir brauchen keine weitere jahrelange Hängepartie, sondern einen realistischen Weg zur Umsetzung. Unser Ziel ist es, endlich Bewegung in den Schulneubau zu bringen, ohne gleichzeitig andere wichtige Investitionen unserer Stadt zu blockieren“, so Florian Strößner abschließend.
Die SPD-Stadtratsfraktion beantragt daher eine umfassende Prüfung des PPP-Modells, eine Neubewertung der Sporthallenkapazitäten sowie eine gesonderte Förder- und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für das Schulhallenbad. Die Ergebnisse sollen dem Stadtrat als Grundlage für die weiteren Entscheidungen vorgelegt werden.